Donnerstag, 18. Februar 2010

160,000,000 horsepower

Mensch wie habe ich nur diese Continental Breakfast’s vermisst! Heute Morgen hatte das Warten dann endlich auch ein Ende! Macht schon riesig Spaß Chemoessen von Plastetellern zu essen ;-)
Gut gestärkt hab ich mich dann ins Auto gesetzt und bin als erstes bis Daytona Beach immer an der Küste auf der A1A entlang gefahren. Auf der linken Seite stets den Atlantik, auf der rechten Seite entweder tolle Häuser oder noch mehr Wasser. Die Tour war einfach nur Traumhaft! Manche Wohngegenden sahen ungefähr so aus, wie man es unter anderem aus MTV kennt, wenn sie irgendwelche Stars zu Hause besuchen: großes Haus mit Pools, direkt am Wasser mit eigener Jacht davor. Was brauch man auch mehr!? :D




Hin und wieder hab ich dann einfach auch mal angehalten um mal kurz etwas Sand unter den Füßen zu spüren. Zufälliger Weise hab ich dabei einmal an einem Gebäude wie das auf dem folgenden Foto gestoppt. Wie sich rausstellen sollte, ist dies einer von über 15.000, die die USA an ihren Küsten errichten ließ. Sie dienten im 2. Weltkrieg der Zivilen Verteidigung, nachdem die USA in Pearl Harbour ein blaues Auge bekommen hatte. Freiwillige haben sich dann dort hinein gesetzt und entlang der Küste nach feindlichen Fliegern und U-Booten Ausschau gehalten.


Als ich dann in Daytona Beach angekommen bin, sah das Bild dann auch ein wenig anders aus. Es war nicht zu übersehen, dass es sich hier um das reinste Tourimekka handelt. Der Ort besteht aus einer Bettenburg neben der Anderen – irgendwie müssen ja auch ca. 8 Millionen Gäste im Jahr untergebracht werden. Daher bietet es sich wahrscheinlich auch an, dass er im Spring Break bei Studenten sehr beliebt ist ;-) Von dieser Seite aus hat mir der Ort nicht so sehr gefallen, aber dennoch hat der Ort eine gewisse Geschichte!





Daytona ist nämlich für seine Motorsportgeschichte weltberühmt. So wurden schon vor knapp 100 Jahren Autorennen gefahren und 1947 wurde auf dem Strand (!!!) das erste NASCAR Rennen ausgetragen! Daher ist es auch nicht allzu verwunderlich, dass sich hier das Headquarter der NASCAR Serie befindet.



Heute werden natürlich die NASCAR Rennen nicht mehr dort am Strand ausgeführt, sondern im nahe gelegenen Daytona International Speedway.






Von Daytona Beach aus bin ich dann auf dem schnellsten Wege zum Kennedy Space Center gefahren.




Gleich am Eingang hat es sich für mich mal wieder sehr bezahlt gemacht, dass ich gerade bei der NASA bin! So konnte ich ca. $40 sparen, da "Mitarbeiter" das Gelände kostenlos besuchen dürfen :)
Im Wesentlichen kann man vier verschiedene Punkte besuchen: Den Visitor Complex, LC-39 Observation Gantry, APOLLO / Saturn V Center und International Space Station Center. Aber immer der Reihe nach!
Der Visitor Complex hat mich in erster Linie an einen kleinen Entertainmentpark erinnert. So konnte man in ein „Space Shuttle“ hineinschauen, sich diverse Raketen im Rocket Park angucken, in einem Simulator einen Spaceshuttle Start „miterleben“ sowie sein Geld im riesigen Giftstore lassen. Ebenso gab es dann noch eine Ausstellung die ein wenig die Visionen der NASA einem näher bringen sollte. Ich fand es nur mal wieder sehr lustig, dass die Leute im wesentlichen nur die „Movie-Entertainment-Vorstellung“ (siehe folgendes Video) angeschaut haben, aber nicht weiter die Infowände und Plakate. Lesen scheint dann doch zu anstrengen für die meisten zu sein ;-)



Vom Visitor Center aus wurde man dann mit einem Bus zu den anderen Besucherstellen gefahren. Zuerst ging es zu dem LC-39 Observation Gantry, einer Plattform von der man die Pads sehen konnte, von dem die Space Shuttles starten! Auf dem Weg dorthin sind wir noch an der riesigen Halle vorbei gekommen, in dem die Space Shuttles mit den Raketen verbunden werden. Die Halle ist einfach unglaublich groß. Um mal eine Vorstellung davon zu geben: Die Halle ist etwa halb so hoch wie das Empire State Building und vom Volumen her bräuchte man 2 ½ Hallen davon, um das Empire State Building auszufüllen! Und was auch noch „sehr wichtig“ ist, ist, dass die Halle die größte von Hand gemalte US Flagge ziert.
Von der Halle aus werden die Space Shuttles dann zu den Launchpads gebracht mittels eines riesigen Fahrbaren Untersatzes! Für die ca. 3 Meilen braucht man wohl etwa 8 Stunden.




Am nächsten Stopp, den APOLLO / Saturn V Center, wurde man durch den Original Apollo 8 Kontrollraum geführt und anschließend konnte man eine Saturn V Rakete in voller Größe sehen! Sie wurde auch noch so präsentiert, dass man die einzelnen Stufen sehen konnte! Das Ding ist einfach nur gigantisch Groß! Und mit einer geschätzten Antriebskraft von 160.000.000 PS (!!!) auch nicht gerade leicht bestückt. Ich fand einen Vergleich noch nicht schlecht: Die ersten beiden Stufen der Saturn V Rakete erzeugen eine Energie mit der man New York für ca. 1 ½ Stunden versorgen könnte!




An einer Wand wurden dann auch noch diverse Titelseiten von Tageszeitungen aus aller Welt ausgestellt, die über das Ereignis der ersten Mondlandung berichteten. Als deutsche Vertretung wurde, wie sollte es auch anders sein, die Bild Zeitung ausgewählt mit dem grandiosen Titel „Der Mond ist jetzt ein Ami“





Auf dem Weg zur letzten Station gab es dann noch zwei Sachen zu sehen. Zum einen ein mobile Plattform, die die Space Shuttles zu ihren Launchpads bringt und zum anderen habe ich meinen ersten Alligator in freier Wildbahn gesehen. Und das bei der NASA! :D




Der Busfahrer, der uns wieder zurück zum Visitor Complex gefahren hatte, hatte dann auch noch einen total „tollen“ NASA Witz auf Lager: „What do you think will happen when an Aligator bites into one of the pipes infront of us? The Aliens will run away!
Bevor es aber zum Visitor Complex ging, habe ich mir noch das International Space Station Center angeschaut. So konnte man sich ein paar nachgebaute Modole der ISS anschauen sowie in einen Cleanroom hineinschauen, in dem sich noch zwei weitere zukünftige Module befinden! Eins davon soll glaube ich im April oder Mai ins All zur ISS gebracht werden!
Kurze Zeit später war dann auch meine Tour schon so gut wie zu Ende. Ich habe dann noch ein paar Bilder im Sonnenuntergang gemacht und mich in die Space Shuttle Start Simulation „getraut“. Dabei wurde man in einigen Sitzen mal ein wenig durchgerüttelt und in eine vertikale Position gebracht. Dies war eigentlich recht nett gestaltet!





Was gibt es sonst noch über den Tag zu erzählen? Auf dem Interstate habe ich auf einen Trucktrailer ein riesiges Speedboot gesehen! Hier kann man schon einige interessante Sachen auf der Straße finden ;-)
Aktuell befinde ich mich etwa auf halber Strecke zwischen Orlando und Miami. Morgen will ich mir dann unter anderem Fort Lauderdale und Miami anschauen und wieder ein wenig entlang der Küste fahren. Mal schauen was ich noch so sehen werde.

1 Kommentar:

  1. Wieder mal schöne Bilder. Ich hoffe, Du hast noch mehr als hier eingestellt gemacht. Wir konnten vor 10 Jahren nur analog fotografieren und da war die Anzahl begrenzt.

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